Vom 07. bis zum 09. November 2025 fanden in Göppingen die Weltmeisterschaften im Hallenradsport statt. Für das Team aus Deutschland war dies natürlich ein „Heimspiel“, welches sich auch auf den gefüllten Rängen bemerkbar machte. Die Stimmung war wie jedes Jahr wieder hervorragend, welche meist im Radball den Höhepunkt erreichte.
Das besondere Augenmerk aus NRW-Sicht lag an diesem Wochenende jedoch auf unseren beiden Paaren im 2er Kunst der Frauen. Sowohl das 2er Paar aus Knetterheide als auch aus Bonn-Duisdorf sorgten die ganze Saison für einen spannenden Zweikampf. Umso größer war die Freude, dass sich beide Paare die Startplätze für die WM sicherten.

Für Kim Schlüter und Neele Jodeleit war es die zweite WM ihrer Laufbahn. Im vergangenen Jahr war das ganze Spektakel noch neu für die beiden und sie gingen ganz unvoreingenommen in die ganze Vorbereitung bis zum finalen Wettkampf. In diesem Jahr sah das schon ganz anders aus. Man wusste nun, wie die Tage von der Vorbereitung bis zum finalen Start ablaufen und das sorgte dann schon während den Trainingsphasen an der WM für Nervosität. Denn diese sind an der WM zeitlich ganz anders getaktet, wie auf den sonstigen Wettkämpfen. Bis Samstagmittag konnten die beiden zunächst den anderen Sportlern aus Team Deutschland die Daumen drücken. Am Abend wurde es dann das erste mal spannend, als sie in der Vorrunde um die begehrten vier Finaltickets fuhren. Routiniert begannen sie ihr Programm auf zwei Rädern. Doch dann mussten sie leider bei zwei Übungen das Rad verlassen, was zu Punktabzug führte. Auf einem Rad fuhren sie das Programm jedoch ohne große Schwierigkeiten zu Ende und sicherten sich somit Platz zwei in der Vorrunde. Der erste Platz ging an die NRW-Kolleginnen Henny Kirst und Antonia Bärk, die jedoch auch in der Vorrunde noch ihre Probleme mit dem Programm hatten.

Nun hieß es eine Nacht drüber schlafen und das Programm via Video nochmal analysieren, um am Sonntagmittag im Finale gut vorbereitet zu sein. Neben den beiden Deutschen Teams haben sich die beiden Teams aus der Schweiz fürs Finale qualifiziert und diese legten bei der Finalrunde gute Ergebnisse vor. Kim und Neele entschieden sich, für das Finale eine Drehung, bei der sie am Vortag Probleme hatten und auch gestürzt waren, aus dem Programm zu nehmen. Dies sorgte auf jeden Fall zunächst für Sicherheit im Programm. Leider gelang die Lenkerstanddrehung, wie bereits am Vortag, auch nicht ohne Sturz, was zu Punktabzug führte. Doch auf einem Rad ließen sie danach nichts mehr anbrennen, sodass sie sich am Ende ihrer Kür glücklich und lachend in die Arme fielen. Platz 2 war somit sicher.
Nach ihnen mussten nur noch Henny und Antonia aufs Parkett. Die amtierenden Weltmeisterinnen, die nach dieser Saison ebenfalls ihre Kariere beenden, wollten unbedingt ihren Titel verteidigen. Die Spannung war wie bei allen Finals deutlich in der Halle zu spüren. Das Duo aus Bonn-Duisdorf fuhr ihr Programm so routiniert ab, dass es kaum Grund zum Abzug gab und krönten sich am Ende mit dem Weltmeistertitel. Beide Paare fielen sich in die Arme und genossen gemeinsam die Siegerehrung. Die deutsche Nationalhymne sorgte für die letzte Gänsehaut.
